Minimaleingriffe unter Röntgenbeobachtung ersetzen stationäre Operationen. Radiologie heißt heute nicht mehr nur von außen in den Körper hineinschauen. Vielmehr wurde gelernt die radiologischen Möglichkeiten zu nutzen, um von außen zu beobachten, was mit feinster Technik im Körperinneren getan wird. Dies eröffnet das interessante und segensreiche Feld der interventionellen Radiologie: Wo vormals der Körper weit geöffnet werden musste, um sehen und operieren zu können, kann man heute dank fortentwickelter Radiologie-Technik ohne großen Eingriff sehen und muß nur noch unter örtlicher Betäubung eine kleine Öffnung für ein schlankes Werkzeug schaffen. Mit sogenannten Minimaleingriffen werden Proben entnommen oder Organe und Gefäße behandelt. Ein stationärer Aufenthalt ist hierfür nicht mehr nötig. Es bedarf allenfalls nach einem Eingriff einer stundenweisen Überwachung in unserer Tagesklinik.

Interventionelle Gefäßtherapie – Ambulante Kathetereingriffe zur Beseitigung von Blutgefäßverschlüssen
Blutgefäßerkrankungen kommen mit zunehmenden Alter immer häufiger vor und jeder Mensch kann davon betroffen sein. Da das Altern grundsätzlich nicht aufgehalten werden kann und stetig fortschreitet, muss man oft mehrfach im Leben an den Gefäßen behandelt werden. Das RVZ hat sich in besonderer Weise der Behandlung von Durchblutungsstörungen an Beinen, Beckenschlagadern, Nierenadern und anderen Gefäßen mittels Kathetereingriffen verschrieben. Während der vergangenen 20 Jahre konnte eine hohe Expertise aufgebaut werden. Das Kompetenzzentrum Gefäßmedizin am RVZ ist Deutschlands größtes, ambulant tätiges Zentrum mit mehr als 500 Behandlungen pro Jahr. Alle Spezialverfahren wie Ballonerweiterung, Stenteinlage, Thrombusauflösung und Thrombusabsaugung werden durchgeführt. Alle Eingriffe können in der Regel ambulant vorgenommen werden, was gerade für ältere Menschen von Vorteil ist, da Behandlungen mit Narkose, Operation und Krankenhausaufenthalt vermieden werden. Lediglich eine ärztlich überwachte Erholung in der Tagesklinik während einiger Stunden nach dem Minimaleingriff ist notwendig.

Chemoembolisation – lokale Chemotherapie von Lebertumoren und Metastasen
Bei Lebermetastasen oder Lebertumoren können über Kathetereingriffe Verödungsmittel und Chemotherapeutika direkt in den Kreislauf der Leber eingebracht werden, um dortige Tumoren zu vernichten. Dieses Spezialverfahren wird im RVZ angeboten. Es wird ambulant und lediglich mit anschließender Überwachung in der Tagesklinik vorgenommen. Das erspart den Patienten einen weiteren Krankenhausaufenthalt.

CT-gesteuerte Infiltrationstherapien – die punktgenaue Schmerztherapie
Entzündete und verschlissene Gelenke an der Wirbelsäule, komprimierte Nerven durch einen Bandscheibenvorfall, chronisch blockierte Sacroiliacalgelenke oder durch Entzündung oder Tumor infiltrierte Nervengeflechte können erhebliche und schlecht zu beherrschende Schmerzen verursachen. Diese Schmerzen und Entzündungen können wirksam beseitigt werden: Unter örtlicher Betäubung wird gezielt eine dünne Nadel an den Ort der Schmerzursache geführt und das Medikament eingespritzt. Den genauen Ort findet der Arzt durch CT-Bildgebung in Echtzeit. So kommt das Medikament exakt dort an, wo es wirken soll. Dieser Vorgang dauert nur wenige Minuten: eine segensreiche Behandlungsoption! Egal ob Facettengelenke oder Nerven an Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule – das RVZ hat hierin seit Jahren weitreichende Erfahrungen.

Biopsie – CT-gesteuerte Probeentnahmen
Es ist immer wieder notwendig, aus bestimmten Organen kleine Proben zu entnehmen. Dies kann auf der Suche nach einer Erkrankung oder während einer Behandlung sein. Probeentnahmen werden am RVZ in einfacher Weise durchgeführt: ambulant und unter örtlicher Betäubung. Spezielle Nadel , sogenannten Biopsiesystemen, werden unter Ct – Beobachtung und örtlicher Betäubung zum Interessierenden Organ vorgeführten (z.B. Leber, Bauchspeicheldrüsen, Lymphknoten, Knochen, Lunge, Weichteile) und ein „Gewebsbröckchen abgeknipst“. Dies dauert meist 10 bis 15 Minuten. Nach einer Stunde unter ärztlicher Beobachtung in unserer Tagesklinik kann der Patient wieder nach Hause gehen. Unter Ultraschall, Tomosynthese, MR-Führung, werden auch aus anderen Organen, wie Schilddrüse, Brustgewebe, Lymphknoten, u.a.m. Proben entnommen.

Minimalinvasive Diagnostik – Spezialuntersuchungen mit Kontrastmitteleinspritzung
Bei wenigen Spezialuntersuchungen ist es erforderlich, dass der Patient vor der Untersuchung ein Kontrastmittel in eine Körperhöhle (z.B. Gelenksraum, Ausführungsgänge, Rückenmarkssack) injiziert bekommt. Das Kontrastmittel schafft, wie der Name schon sagt, Kontrast in Körperumgebungen, die sich sonst nur schwer voneinander unterscheiden lassen. Mit dieser Hilfe entsteht auch hier eine aussagekräftige Bildgebung für die Diagnose (z.B. bei MR, CT oder digitalem Röntgen von Gelenkräumen, dem Rückenmarkskanal oder der Speichel- und Tränengänge). Auch diese Spezialuntersuchungen bietet das RVZ ambulant an.