Nuklearmedizin

 

In der Nuklearmedizin wird mit schwach strahlenden Substanzen gearbeitet. Diese werden dem Patienten gespritzt. Anschließend wird ihre Bewegung innerhalb des Körpers, durch die Organe bis zur Ausscheidung, von außen mit sogenannten Gammakameras beobachtet. Diese Untersuchung heißt Szintigraphie. Der Arzt kann damit Aufschluss über Funktionsprozesse im Körper erlangen und Störungen innerhalb dieser Prozesse aufdecken. Einige spezielle Substanzen, sogenannte Strahler, können darüber hinaus dafür eingesetzt werden, um von innen her zu bestrahlen (z.B. Knochenmetastasen oder entzündete Gelenkesschleimhäute). Mittlerweile sind je nach Anwendungsbereich Spezialuntersuchungen entwickelt worden.

Gehirnszintigraphie – Parkinson so früh wie möglich feststellen

Im Laufe des Lebens fangen manche Menschen an unwillkürlich zu zittern und können sich nur noch schwer im Alltag bewegen. Oft steckt ein Parkinson dahinter, ein krankhafter Abbauprozess im Gehirn, der mit gezielten Medikamenten behandelt werden kann. Mit der DaTSCAN®-Untersuchung (Dopamin-Rezeptor-Szintigraphie) kann der Parkinson frühzeitig erkannt und die Therapie rechtzeitig eingeleitet werden.

Myokardszintigraphie – Die Durchblutung des Herzmuskels sehen
Vor einer Operation am Herzen oder den Herzkrankgefäßen muss belegt sein, welche Bereiche des Herzmuskels unter körperlicher Anstrengung schlecht durchblutet werden. Die behandelnden Ärzte müssen diese genau kennen, damit sie die Stents bzw. Bypässe an der richtigen Stelle einsetzen. Mit einer Myokardszintigraphie wird sichtbar gemacht, wie Herzmuskel und Herzkranzgefäße durchblutet werden.

Schilddrüsenszintigraphie – Schilddrüsenerkrankungen wie Struma, Kropf und Hashimoto erkennen
Oft wird im Alltag unterschätzt, welche Bedeutung die Schilddrüse für unsere Gesundheit hat: Sie produziert und speichert verschiedene Hormone und regelt dadurch vielfältige Funktionen in unserem Körper. Erkrankungen der Schilddrüse können sich in einem übermäßigen Wachstum der Schilddrüse am Hals oder in einer Über- bzw. Unterfunktion äußern. Mithilfe einer nuklearmedizinischen Untersuchung, der Schilddrüsenszintigraphie, kann der Arzt sehen, ob eine Fehlfunktion der Schilddrüse vorliegt und wie sie geartet ist.

Nebenschilddrüsenszintigraphie – wichtig für die Knochenstabilität
Die vier erbsengroßen Nebenschilddrüsen liegen, wie der Name schon sagt, direkt neben der Schilddrüse am Hals. Sie spielen eine entscheidende Rolle in der Regulation des Kalziumhaushalts und beeinflussen deshalb, wie stabil unsere Knochen sind. Nebenschilddrüsenerkrankungen beeinträchtigen die Knochenstabilität. Eine krankhafte Überfunktion und Vergrößerung der Nebenschilddrüsen kann mit der Nebenschilddrüsenszintigraphie erkannt werden.

Nierenszintigraphie – Nierenerkrankungen aufdecken
Die entscheidende Funktion der Nieren im menschlichen Körper ist es, das Blut zu reinigen und Giftstoffe als Harn auszuscheiden. Bei einer Nierenszintigraphie wird der Weg einer eingespritzten Testsubstanz über die Niere, das Nierenbecken und den Harnleiter bis zur Harnblase beobachtet. Dadurch kann erkannt werden an welcher Stelle es zu Blockaden kommt, z.B. an verengten Nierenschlagadern, an den Nieren durch verstopfende Nierensteine oder an einem vernarbten Harnleiter.

Knochenszintigraphie – Knochen- und Gelenkserkrankungen sichtbar machen
Die Knochenszintigraphie kann den sehr langsamen Umbauprozess an Knochen – vom Scheitel bis zur Sohle – erfassen. Dieser kann entweder im Ganzen oder in dynamischen Aufnahmen von einzelnen Knochenbereichen abgebildet werden. Spezielle Aufnahmetechniken ermöglichen sogar eine dreidimensionale Darstellung. Diese Techniken sind wichtig auf der Suche nach Knochentumoren bzw. Knochenmetastasen oder bei Entzündungen von Knochen und Gelenken.

Lymphozytenszintigraphie – Entzündungen suchen
Bei der Entzündungsszintigraphie oder Lymphozytenszintigraphie werden Stellen im Körper aufgespürt, die auf andere Weise nicht gefunden werden können und an denen sich Entzündungen konzentrieren. Sie wird zum Beispiel eingesetzt, um die Aktivität von chronischen Knocheninfektionen (Osteomyelitis) oder bakterieller Bandscheibenentzündung zu erfassen, aber auch um bei Gelenksprothesen zwischen Lockerung und Entzündung zu unterscheiden.

Radiosynoviothese – chronische Gelenkschmerzen lindern
Im Alter nimmt der Verschleiß von Gelenken zu (Arthrosen, aktivierte Arthrosen) und führt oft zu langwierigen und wiederkehrenden Schmerzen mit ausgeprägten Funktionseinschränkungen. Unter bestimmten Umständen kann es sinnvoll sein, eine schwach strahlende Substanz in den Gelenksraum zu spritzen. Durch die Radiosynoviothese werden Entzündungen gehemmt und den Betroffenen Linderung verschafft.

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