Hochenergetische Gamma-Strahlen sind nicht ausschließlich schädlich. Sie können auch heilen und lindern! Bereits vor 100 Jahren wurde die heilende Wirkung von Strahlung erkannt, aber ihr Einsatz war lange wegen der unerwünschten Nebenwirkungen gefürchtet. Heute kann Strahlentherapie mit hochmoderner Technik sehr sicher eingesetzt werden. Das RVZ verfügt über das modernste und technisch ausgefeilteste Strahlentherapie-System auf dem Markt: Selbst wenn sich ein Patient unter der Bestrahlung bewegt, wird dies ausgeglichen und die Strahlung kommt ausschließlich dort an, wo sie wirken soll – am Tumor. Die früher viel durchlittenen Nebenwirkungen werden auf ein Minimum beschränkt oder fallen ganz weg. Strahlentherapie wird im Rahmen von bewährten Behandlungskonzepten eingesetzt, die sich seit Jahrzehnten immer weiter entwickelt haben, mal im Kombination mit Chemotherapie oder Operation, manchmal aber auch als alleinige Therapie.

Radioonkologie – Strahlentherapie zur Tumorbekämpfung
Die hochenergetische Strahlentherapie ist bei vielen Tumorbehandlungen eine wichtige Säule in der Behandlungsstrategie. Sie ist beispielsweise unverzichtbar in der Behandlung von Brustkrebs, Prostatakrebs, Enddarm- oder Lymphknotenkrebs.
Mit hochpräzisen Ziel- und Kontrollmethoden wird die Strahlung, die in einem hightech Linearbeschleuniger produziert wird, exakt auf die richtige Stelle geführt und der Tumor wird durch die regelmäßige Bestrahlung in seinem Wachstum gehemmt und vernichtet. Bewegt sich der Patient während der Bestrahlung, wird durch einen Computer im Bestrahlungsgerät die veränderte Position in Echtzeit mit einem virtuellen Abbild des Patienten abgeglichen und dafür gesorgt, dass weiterhin nur die Tumorzellen bestrahlt werden und nicht das umliegende gesunde Gewebe. In etlichen Fällen ersetzt die Strahlentherapie aufwendige Operationen mit deren Nebenwirkungen, z. B. beim Prostatakarzinom. Die große Präzision der heutigen Bestrahlung begrenzt die früher vielfach durchlittenen Nebenwirkungen auf ein Minimum oder vermeidet sie ganz und gar.

Reizbestrahlung – Strahlentherapie bei Entzündungserkrankungen
Entzündungserkrankungen wie beispielsweise Arthrose, Fersenschmerz oder Schultersehnenriss werden durch verschlissene Gelenke und alterndes Gewebe verursacht. Sie gehen mit wiederkehrenden, oft behandlungsresistenten und sehr schmerzhaften Entzündungsphasen einher. Schmerzen, die durch chronische oder akute Entzündungen hervorgerufen werden, können mit sehr sanften Bestrahlungsdosen gelindert werden.

Hypertrophieprophylaxe – Strahlentherapie zur Vorbeugung
Immer wieder kommt es nach Operationen, bei chronischen Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen zu zwar nicht bösartigem, aber störendem Gewebewachstum oder zu Versteifungen, z. B. bei wuchernden Narben, einer Fingerverkrümmung infolge einer chronischen Entzündung an der Handfläche, dem Anschwellen der Augenmuskeln bei Autoimmunerkrankungen oder störenden Verknöcherungen nach einer Hüftgelenksoperation.
Auch in diesen Fällen kann eine sanft gewählte Strahlentherapie eingesetzt werden, um das Wachstums solcher Wucherungen zu unterbinden.